Ratgeber Lungenkrebs

Informationen für Betroffene und Interessierte

Wie entsteht Lungenkrebs?

Bei der Entstehung von Krebs müssen grundsätzlich verschiedene innere und äußere Faktoren zusammenkommen, die gemeinsam dafür verantwortlich sind, dass eine gesunde Zelle zur Krebszelle wird. Die Ursache jeder Krebsform liegt in einer krankhaften Veränderung des Erbguts, durch die das Zellwachstum fehlgesteuert wird. Es kommt infolgedessen zu einer unkontrollierten Zellteilung, zum Verlust der für das betroffene Gewebe im gesunden Zustand typischen Merkmale und – bei soliden Tumoren – zur Geschwulstbildung. Diese Geschwulste können in umliegendes Gewebe einwachsen und es schädigen bzw. zerstören. Absiedelungen des Tumors in Blut- und Lymphbahnen können an andere Orte im Körper gelangen, wo sie in der Lage sind, sich festzusetzen und Tochtergeschwulste (Metastasen) zu bilden.

Bei der Entwicklung von Lungenkrebs gilt Zigarettenrauch gilt als Hauptursache (ca. 90 % der Fälle). Während bei Nichtrauchern nur rund 1 % das Risiko für die Erkrankung trägt, sind dies bei Personen, die viel rauchen, rund 30 %. Etwa jeder zehnte Raucher erkrankt an Lungenkrebs – im Schnitt 30-40 Jahre nach Rauchbeginn. Je früher Menschen mit dem Zigarettenkonsum anfangen, desto höher ist ihr Risiko, zum Lungenkrebspatienten zu werden. Auch Nichtraucher sind gefährdet: „Passivrauchen“ erhöht ebenfalls das Erkrankungsrisiko.

Andere krebserregende Stoffe (Karzinogene) können das Risiko für die Erkrankung weiter erhöhen. Hierzu zählen z. B. Asbest und verschiedene giftige Chemikalien, aber auch UV-Strahlung (Sonnenstrahlung), radioaktive Strahlung, Lebensmittelschimmel, Fehlernährung und verschiedene Virusinfektionen. Insbesondere am Arbeitsplatz kann man in Kontakt mit Substanzen kommen, die das Risiko für eine Lungenkrebserkrankung erhöhen: z. B. mit Arsen, Chrom, Nickel und /oder aromatischen Kohlenwasserstoffen. Hohe Schadstoffbelastungen der Luft (z. B. durch Dieselruß und Feinstäube) können das Lungenkrebsrisiko ebenfalls erhöhen. Verglichen mit den durch das Rauchen bedingten Fällen ist die Zahl der durch andere Karzinogene bedingten Lungenkrebserkrankungen jedoch gering.

Als innere Faktoren können individuelle genetische Merkmale die Empfindlichkeit gegenüber Karzinogenen – und somit das Risiko für Lungenkrebs – beeinflussen. Erkrankungs- und Sterblichkeitsraten für Lungenkrebs u. a. Tumorarten sind nachzulesen in der Broschüre „Krebs in Deutschland“ des Robert-Koch-Instituts und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V.

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